Material & Setup

Ritzelrechner fürs Fahrrad: Übersetzung, Entfaltung und Geschwindigkeit

Aktualisiert: 2. Oktober 2026 8 Min Lesezeit Radfahren

Welcher Gang macht dich wie schnell? Dieser Ritzelrechner — auch Übersetzungsrechner fürs Fahrrad genannt — zeigt dir für jede Kombination aus Kettenblatt und Ritzel deine Geschwindigkeit bei einer bestimmten Trittfrequenz — sortiert vom leichtesten bis zum schwersten Gang. Wähle eine komplette Schaltung oder stell Kettenblätter, Kassette, Trittfrequenz und Reifengröße frei ein.

Statt einer trockenen Tabelle bekommst du ein Balkendiagramm: jeder Balken ein Gang, die Höhe seine Geschwindigkeit. Tippe einen Balken an, um ihn dir unten als Antrieb anzusehen.

füllt Kettenblätter & Kassette automatisch — oder „Eigene Eingabe" für manuell
je Kettenblatt ein Wert — frei änderbar
klein → groß, mit Komma getrennt
90 U/min · Bereich 50–120
steht meist auf der Reifenflanke (z.B. 700×28C)
aus der Reifengröße — frei änderbar
durchschnittliche Steigung des Anstiegs
Fahrer + Rad + Ausrüstung (Systemgewicht)

So schnell fährst du in jedem Gang

bei 90 U/min · km/h · Balken antippen für Details

Übersetzung und Entfaltung berechnen: die Formel

Die Übersetzung ist das Verhältnis aus Kettenblatt-Zähnen (vorne) und Ritzel-Zähnen (hinten). 50 vorne und 25 hinten ergeben eine Übersetzung von 2,0: Bei einer Kurbelumdrehung dreht sich dein Hinterrad zweimal.

Die Entfaltung sagt, wie viele Meter du pro Kurbelumdrehung zurücklegst — Übersetzung mal Radumfang. Genau deshalb braucht der Rechner deine Reifengröße: Ein größerer Reifen rollt pro Umdrehung weiter, also fährst du im selben Gang etwas schneller.

Geschwindigkeit (km/h) = Übersetzung × Radumfang (m) × Trittfrequenz (1/min) × 60 / 1000

Geschwindigkeit bei Trittfrequenz: typische Gänge im Überblick

Wie schnell du in einem Gang fährst, hängt allein von Übersetzung, Reifenumfang und Trittfrequenz ab. Die Tabelle zeigt typische Rennradgänge mit einem 700×28C-Reifen (2.136 mm Umfang). Für deine eigene Schaltung nutzt du den Rechner oben.

GangÜbersetzungEntfaltung80 U/min90 U/min100 U/min
34/341,002,14 m10,3 km/h11,5 km/h12,8 km/h
34/281,212,59 m12,4 km/h14,0 km/h15,6 km/h
50/212,385,09 m24,4 km/h27,5 km/h30,5 km/h
50/172,946,28 m30,2 km/h33,9 km/h37,7 km/h
50/143,577,63 m36,6 km/h41,2 km/h45,8 km/h
52/114,7310,10 m48,5 km/h54,5 km/h60,6 km/h
53/114,8210,29 m49,4 km/h55,6 km/h61,7 km/h

Theoretische Werte bei konstanter Trittfrequenz, ohne Antriebsverluste. Auffällig: Selbst im schwersten Gang reichen 90 U/min für über 50 km/h. Die meisten brauchen den großen Gang also seltener als gedacht — entscheidend ist oft der leichteste Gang am Berg.

Welche Übersetzung fürs Rennrad?

Beim Rennrad sind drei Kettenblatt-Kombinationen verbreitet: 50/34 (Compact), 52/36 (Semi-Compact) und 53/39 (Standard). Dazu kommen die kleineren Abstufungen von SRAM wie 48/35 oder 46/33. Welche passt, entscheidet weniger deine Höchstgeschwindigkeit als die Frage, ob du am steilsten Anstieg deiner Runden noch mit vernünftiger Trittfrequenz fahren kannst.

Eine praktische Faustregel: Wenn du an langen Anstiegen regelmäßig unter 70 U/min fällst, ist dein leichtester Gang zu schwer. Ob eine größere Kassette oder ein kleineres Kettenblatt sinnvoller ist, siehst du im Rechner oben, indem du zwei Setups vergleichst und Steigung sowie Gewicht einträgst.

Wie schwer ein Gang sich anfühlt, hängt am Ende von deiner Leistung ab. Wer seine Schwellenleistung kennt, kann Anstiege und Übersetzung viel genauer planen — der FTP-Rechner hilft beim Einstieg, und für Wettkämpfe zeigt der Rad-Pacing-Rechner, welche Leistung du auf welcher Strecke halten kannst.

1-fach oder 2-fach — welche Übersetzung zu dir passt

Ein 2-fach-Antrieb (zwei Kettenblätter) liefert feine Abstufungen und eine große Gesamtbandbreite — ideal für Rennrad und hügelige Strecken. Ein 1-fach-Antrieb ist simpler, leichter und wartungsärmer: ein Kettenblatt, dafür eine breitere Kassette. Das ist heute Standard bei Gravel (SRAM XPLR, Shimano GRX) und MTB (SRAM Eagle, Shimano XT). Wichtig: Nicht die Anzahl der Blätter macht dich schnell, sondern die größte erreichbare Übersetzung.

Reifenumfang — woher die Werte kommen

Die Reifen-Vorauswahl nutzt die Standard-Umfangstabelle, wie sie auch Fahrradcomputer von Garmin, Wahoo oder Sigma verwenden — sortiert nach Reifengröße (700×28C, 27,5″, 29″ …), nicht nach Modell. Zwischen zwei Reifen gleicher Breite unterscheidet sich der Umfang nur um wenige Millimeter, das ist fürs Tempo vernachlässigbar. Wer es exakt will, misst den Abrollumfang einmal selbst und trägt ihn im Feld Radumfang ein.

Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Ritzelrechner und Übersetzungsrechner?
Es gibt keinen. Beide Namen meinen dasselbe Werkzeug: Es berechnet aus den Zähnen von Kettenblatt und Ritzel die Übersetzung, die Entfaltung und die Geschwindigkeit bei einer Trittfrequenz. Radfahrer sprechen meist vom Ritzelrechner.
Welche Übersetzung ist die richtige fürs Rennrad?
Für hügelige Strecken und die meisten Hobbyfahrer ist 50/34 mit einer Kassette bis 32 oder 34 Zähne eine sichere Wahl. 52/36 passt für sportliche Fahrer, 53/39 für flache Rennen und hohe Leistung. Entscheidend ist, dass du am steilsten Anstieg noch mit etwa 70 Umdrehungen pro Minute oder mehr treten kannst.
Welche Trittfrequenz soll ich einstellen?
Die meisten Rennrad- und Triathlon-Fahrer treten zwischen 85 und 95 Umdrehungen pro Minute. Stell die Trittfrequenz ein, die du im Zielbereich tatsächlich fährst — dann zeigt dir der Rechner realistische Geschwindigkeiten für genau dein Pedalieren.
Warum braucht der Rechner meine Reifengröße?
Die Geschwindigkeit hängt davon ab, wie weit dein Rad pro Umdrehung rollt — also vom Reifenumfang. Ein 28-mm-Rennradreifen hat einen anderen Umfang als ein 2,25-Zoll-MTB-Reifen. Die Reifengröße steht meist auf der Flanke (z. B. 700×28C).
1-fach oder 2-fach — was ist schneller?
Keines von beiden ist per se schneller. Bei gleicher größter Übersetzung erreichst du die gleiche Höchstgeschwindigkeit. 2-fach bietet feinere Abstufungen und mehr Gesamtbandbreite, 1-fach ist simpler und wartungsärmer — beliebt bei Gravel, Triathlon und MTB.
Stimmen die berechneten Geschwindigkeiten exakt?
Es sind theoretische Werte bei gleichmäßiger Trittfrequenz, ohne Wind, Steigung oder Antriebsverluste. Bei fester Trittfrequenz, Übersetzung und Abrollumfang ist die Geschwindigkeit kinematisch festgelegt (solange der Antrieb greift und kein Schlupf auftritt). Wind und Steigung ändern nicht diese Formel, sondern die dafür nötige Leistung bzw. die Trittfrequenz, die du halten kannst.

Trainiere mit System — nicht nur mit Gefühl

Yama macht aus deinen Workouts echte Trainingssteuerung: Race Shape, Power-Analytics und Zonen, die sich an deine Form anpassen.

Yama kostenlos starten →