Trainingsplanung

Trainingszonen-Rechner — Puls, Pace und Power

5. Mai 2026 Aktualisiert: 4. Juni 2026 11 Min Lesezeit Laufen · Radfahren · Schwimmen

Trainingszonen sind das Rückgrat strukturierter Ausdauerplanung. Sie übersetzen "leicht", "Tempo" und "hart" in messbare Bereiche — in Puls, Pace oder Power. Wer in den richtigen Zonen trainiert, baut Form gezielt auf. Wer ständig in der grauen Zwischenzone zwischen Z2 und Z4 fährt, sammelt Trainingsstunden ohne nennenswerten Fortschritt.

Mit dem Rechner unten berechnest du in wenigen Sekunden deine Zonen für Laufen, Radfahren und Schwimmen. Danach erklären wir, woher die Modelle kommen, welche Methode für welchen Sport passt — und wo die häufigsten Fehlerquellen liegen.

Zonen-Rechner
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Warum Trainingszonen?

Die meisten Hobbyathleten trainieren nach Gefühl — was bei den langen Einheiten oft zu schnell ist und bei den harten Einheiten zu langsam. Das Ergebnis: viel Zeit in der mittleren Intensität (oft "Tempo" oder "Junk Miles" genannt), die hohe Belastung schafft, aber kaum adaptive Reize setzt.

Zonen geben dir ein Werkzeug, diese Intensitäts-Verteilung zu kontrollieren. Sie ermöglichen das, was Sportwissenschaftler polarisiertes Training nennen: 70-80% der Zeit sehr locker (Z1-Z2), 10-20% sehr hart (Z4-Z5), wenig in der Mitte. Diese Verteilung ist nicht nur Marketing — sie ist seit zwei Jahrzehnten in Studien an Weltklasse-Ausdauerathleten konsistent dokumentiert. Den lockeren Teil dieser Verteilung behandeln wir ausführlich im Artikel zum Zone 2 Training, die kontrollierte Schwellenarbeit am oberen Ende in dem zur Norwegischen Methode.

Schwellenwert: woher kommt die Basis?

Viele Zonen-Modelle basieren auf einem Schwellenwert — grob einer Intensität, die man in der Größenordnung von etwa einer Stunde aufrechterhalten kann. Das ist eine praktische Näherung, kein exakter physiologischer Punkt und keine garantierte 60-Minuten-Haltedauer; es gibt auch Modelle, die von der maximalen Herzfrequenz ausgehen (z.B. das VDOT-System weiter unten). Die Schwelle heißt je nach Disziplin und Methode anders und ist nicht in allen Größen dieselbe physiologische Grenze:

Wie du diese Werte ermittelst, ist eine eigene Geschichte — siehe unsere Artikel zu FTP-Tests und Laktatschwellen-Bestimmung ohne Labor. Deinen FTP-Wert aus einem 20-min-Test bekommst du schnell über den FTP-Rechner. Hier gehen wir davon aus, dass du deinen Schwellenwert kennst.

◣ Wichtige Unterscheidung

Die Schwelle ist nicht deine maximale Herzfrequenz oder dein 5-Minuten-Power-Wert. Sie ist der höchste Wert, den du eine Stunde unter Wettkampfbedingungen aufrechterhalten kannst. Wer Zonen aus dem Maximalwert ableitet (typische Sportuhr-Voreinstellungen wie "220 minus Alter"), bekommt fast immer zu hohe Werte — und dann zu hartes Training.

Die Modelle im Vergleich

Coggan (Radfahren, Power)

Das De-facto-Standard-Modell für Power-basiertes Radtraining, von Andrew Coggan 2003 veröffentlicht. Sieben Zonen, definiert in Prozent der FTP:

Zone% FTPCharakter
Z1 Active Recovery<55%Sehr leicht, aktive Erholung
Z2 Endurance56-75%Aerobes Grundlagen-Training
Z3 Tempo76-90%Sweet Spot, "comfortably hard"
Z4 Threshold91-105%Schwellen-Training
Z5 VO2max106-120%Intervalle 3-8 min
Z6 Anaerobic121-150%Kurze harte Intervalle 30s-3 min
Z7 Neuromuscular>150%Sprints, Antritte

Friel (alle Sportarten, HF und Pace)

Joe Friel hat in seinem "Training Bible"-Standardwerk ein Modell etabliert, das auf der Schwellen-Herzfrequenz (LTHR) oder Schwellen-Pace basiert. Die Zonen sind enger gezogen als Coggans Power-Zonen, weil HF und Pace träger reagieren als Power.

Für die HF gibt es leicht unterschiedliche Friel-Tabellen für Radfahren und Laufen — das Laufen hat tendenziell höhere LTHR-Prozentwerte, weil die Mechanik anders ist. Der Rechner oben berücksichtigt das automatisch.

Daniels VDOT (Laufen, Pace)

Jack Daniels' VDOT-System leitet Trainingszonen aus deiner Wettkampfleistung ab statt aus einem Schwellentest. Du gibst eine bekannte Bestzeit (5k, 10k, HM, M) an — und bekommst daraus "Easy Pace", "Marathon Pace", "Threshold Pace", "Interval Pace" und "Repetition Pace".

Vorteil: keine separaten Tests nötig. Nachteil: setzt voraus, dass die Wettkampfleistung aktuell ist und gut gepaced gelaufen wurde. Im Rechner oben kannst du Daniels-Pace alternativ zur klassischen Schwellen-Pace nutzen. Wenn du aus einer Wettkampfzeit zusätzlich deine Zeiten für andere Distanzen prognostizieren willst, hilft dir der Pace-Rechner.

CSS (Schwimmen)

Critical Swim Speed wurde von Wakayoshi entwickelt und ist heute der Standard im Triathlon. CSS entspricht der nachhaltigen Schwellengeschwindigkeit beim Schwimmen. Du ermittelst sie aus einem 400m-Test und einem 200m-Test:

CSS [m/s] = (400 − 200) / (t400 − t200)

Der Rechner oben rechnet das automatisch um und gibt dir Schwimm-Zonen direkt als Pace pro 100m.

HF vs. Pace vs. Power — welche Methode für wen?

Diese Frage entscheidet, welche Zonen du überhaupt sinnvoll nutzen kannst. Die kurze Antwort:

Profis nutzen oft mehrere parallel

Ein klassisches Schwellenintervall auf dem Rad: Power als primärer Anker (z.B. 4×8 min bei 95-100% FTP), HF als Sanity-Check (sollte am Ende jedes Intervalls in Z4 liegen), Pace/Speed wird ignoriert. Auf der langen Lauf-Einheit umgekehrt: HF cap als Limit ("nie über Z2"), Pace nachrangig, das tatsächliche Tempo darf mit Ermüdung sinken.

Häufige Fehler bei der Zonen-Berechnung

1. Falscher Schwellenwert

Der mit Abstand häufigste Fehler. Wenn deine FTP-Schätzung 15% zu hoch liegt, sind alle Zonen verschoben — deine geplante Z2-Einheit findet faktisch in Z3 statt. Die akkumulierte Belastung wird zu hoch, die Erholung leidet, und langfristig stagniert die Form.

2. HFmax aus "220 minus Alter"

Diese Formel hat eine Standardabweichung von etwa ±12 bpm. Bei einem 40-Jährigen mit "echter" HFmax von 195 bpm rechnet die Formel 180 bpm — ein Fehler, der alle HF-Zonen um etwa eine Zone nach unten verschiebt. Wenn deine Sportuhr aus einer 220-Alter-HFmax die Zonen automatisch berechnet hat: nimm sie nicht ernst.

3. Pace-Zonen für hügelige Strecken

Auf ebener Strecke entspricht eine bestimmte Pace grob einer bestimmten inneren Belastung — bergauf verschiebt sich das aber deutlich: Bei Steigung kostet dieselbe Pace mehr, du landest also bei höherer Herzfrequenz, obwohl die Uhr dieselbe Geschwindigkeit anzeigt. Wie stark, hängt von Steigung, Untergrund und Person ab — eine feste Regel wie „4:30/km bei 5 % ist immer Z5" gibt es nicht. Praktischer Rat: Auf welligem Gelände die Herzfrequenz (oder das Anstrengungsgefühl) als Anker nehmen und die Pace nur informativ lesen.

4. Zonen aus alter Form

Deine Schwelle ändert sich mit deinem Training. Wer im Frühjahr eine FTP von 220 W getestet hat und im Sommer immer noch nach diesen Zonen fährt, trainiert nach veralteten Werten — meistens zu leicht, manchmal zu schwer. Faustregel: alle 6-8 Wochen neu testen, oder zumindest die Annahme prüfen.

5. Zone Creep

Wenn du täglich Z2 läufst und kontinuierlich ans obere Ende driftst (oder gefühlt knapp drüber), schleicht sich die Belastung nach oben. Diszipliniert in der unteren Hälfte der Zone bleiben — das ist der Kern der Friel-Doktrin und der Grund, warum elite Coaches so stur auf einem HF-Cap bestehen.

◣ Praxis-Tipp

Setz dir bei langen Z2-Einheiten einen HF-Cap auf deiner Uhr (z.B. Alarm bei LTHR × 0.85) und akzeptiere dass du langsamer wirst wenn es warm wird oder du müde bist. Das ist nicht Versagen — das ist genau der Punkt von zonen-basiertem Training.

Wie du deine Zonen in der Praxis nutzt

Drei konkrete Anwendungsfälle:

  1. Trainingsplanung: Jede Einheit hat eine Ziel-Zone. "60 min Z2" ist eine klare Anweisung — bleib zwischen 134 und 152 bpm. Ohne Zonen wird daraus "60 min lockerer Dauerlauf", was zehn verschiedene Athleten in zehn verschiedenen Intensitäten ausführen würden.
  2. Auswertung nach der Einheit: Time-in-Zone-Verteilung zeigt dir, ob dein tatsächliches Training mit deinem Plan übereinstimmt. War das Long Run wirklich Z2 oder bist du im Schnitt 75% der Zeit in Z3 gewesen?
  3. Polarisierung über die Woche: Summe der Wochen-Trainingszeit in Z1-2 vs. Z4-5 ansehen. Wenn mehr als 25-30% in Z3 liegen, ist das Training zu "grau" und wird langfristig keine spitze Form bringen.

Häufige Fragen

Wie berechne ich meine Trainingszonen?

Trainingszonen werden aus einem Schwellenwert abgeleitet — beim Radfahren meist die FTP, beim Laufen die LTHR oder Schwellen-Pace, beim Schwimmen die CSS. Die Zonen sind prozentuale Bereiche um diesen Schwellenwert herum, definiert nach Modellen wie Coggan (7 Zonen, Power) oder Friel (5-7 Zonen, HF und Pace).

Was ist der Unterschied zwischen HF-, Pace- und Power-Zonen?

HF-Zonen zeigen die innere Belastung des Herz-Kreislauf-Systems, sind aber träge und werden von Hitze, Müdigkeit und Hydratation beeinflusst. Pace-Zonen zeigen die äußere Leistung, sind aber abhängig von Terrain und Bedingungen. Power-Zonen (nur beim Rad) sind die direkteste Messung der mechanischen Leistung — unabhängig von externen Faktoren, dafür benötigt es einen Powermeter.

Welche Zonen-Methode ist die beste?

Es gibt keine objektiv beste Methode. Für strukturiertes Training auf dem Rad ist Power überlegen. Für Laufen funktionieren Pace-Zonen sehr gut auf flachen Strecken, HF-Zonen besser im hügeligen Gelände und bei langen Einheiten. Für Schwimmen ist die CSS-Methode Standard. Wichtiger als die Methode ist Konsistenz: nutze die gleiche Methode regelmäßig und teste deinen Schwellenwert alle 6-8 Wochen neu.

Wie oft sollte ich meine Trainingszonen neu berechnen?

Alle 6-8 Wochen, oder wenn du das Gefühl hast deine Schwellenwerte haben sich deutlich verändert. Trainingszonen ändern sich mit deiner Form — was vor drei Monaten Z2 war, kann jetzt Z1 sein.

Yama macht das automatisch

In Yama trägst du deine Schwellenwerte einmal ein — oder lässt sie aus deinen Strava-Daten automatisch schätzen. Jedes Workout wird auf deine aktuellen Zonen gemappt, die Time-in-Zone-Verteilung pro Woche ausgewertet, und der wöchentliche Polarisations-Index angezeigt. Plus: Pläne werden in deinen persönlichen Zonen exportiert.

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Fazit

Trainingszonen sind kein Selbstzweck — sie sind ein Werkzeug, das aus diffusem "Trainings-Gefühl" reproduzierbare Steuerung macht. Wichtig ist nicht das perfekte Modell, sondern dass du konsistent mit einem Modell arbeitest, deine Schwellenwerte regelmäßig aktualisierst, und ehrlich genug bist, in den leichten Einheiten wirklich leicht zu bleiben.

Der Rechner oben deckt die wichtigsten Modelle ab. Wenn du tiefer einsteigen willst, lies unsere Artikel zur Laktatschwellen-Bestimmung und zum FTP-Test.